Es ist wirklich kaum zu glauben: da schreibt der Kanton Solothurn ein paar schwarze Zahlen und schon wachsen die Begehrlichkeiten in den Sternenhimmel. Die Linksgrünen vergreifen sich gar zur Aussage: man habe «Sparpolitik auf Kosten der Bevölkerung» betrieben. Noch selten hat jemand Tatsachen derart ins Gegenteil verkehrt.
Denn Faktum ist allein, dass genau diese Bürger eben die Zahlerinnen und -zahler sind. Die AUSGABEN gehen auf Kosten jener Bevölkerung, die all das berappen muss. Nicht die Einsparungen, also die Nicht-Ausgaben. Da stellt jemand die Welt auf den Kopf und glaubt noch, wir seien derart dumm, das nicht zu merken.
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – das ist weiss Gott nicht neu. Und ein paar aufsummierte glückliche Umstände sanieren die Solothurner Staatsrechnung bei weitem nicht. Denn dieser Kanton hat ein fundamental-strukturelles Problem, das sich auch im letzten Jahr keineswegs verbessert, sondern im Gegenteil noch weiter akzentuiert hat: Der Steuerertrag des Kantons Solothurn ist schweizweit weit unterdurchschnittlich – und dies, obwohl die Steuertarife weit überdurchschnittlich sind. Der Abstand zu den übrigen Kantonen ist dabei 2025 nicht etwa kleiner, sondern grösser geworden, weil deren Steuersubstanz stärker gewachsen ist.
Erst wenn bei schwarzen Zahlen substanzielle Steuersenkungen
möglich sind, ist die Solothurner Staatskasse gesund. Davon sind wir aber noch so weit
entfernt wie der Süd- vom Nordpol. Dennoch wäre jetzt der richtige, gar der absolut
notwendigste Moment für eine mutige Tat, für ein Investment in die Zukunft
dieses Kantons, für eine substanzielle Steuersenkung. Die Attraktivität des
Kantons würde damit auf einen Schlag massiv erhöht werden. Dass sich eine
solche Investition nicht lohnt, ist praktisch ausgeschlossen. Dafür gibt es
zahlreiche Beispiele. Man frage etwa bei jenen Kantonen nach, die heute unseren Finanzausgleich erwirtschaften.
Leider werden nun aber Kantons- und Regierungsrat das viele Geld der Steuerzahler noch so gerne dazu benutzen eine ruhige Kugel zu schieben – man braucht sich ja jetzt nicht (mehr) so ins Zeug zu legen. Nehmen wir es gelassen. Der Finanzdirektor hat das bereits an der Medienkonferenz angetönt. Einen Handlungsdruck gibt es nun nicht (mehr) – also legen wir die Hände in den Schoss und machen es uns auf dem Sofa der eigenen Selbstzufriedenheit gemütlich.
Wer so mit dem Geld der Anderen umgeht, dem wird im
Normalfall die Kassenhoheit weggenommen. Wenigstens in jedem vernünftig geführten Verein.